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Tag Archiv für Phosphoreszenz

glow in the Dark Nylon-Tauwerk

Türkischer Bund, liegend aus Leuchtleine

Letztens beim Stöbern in meinem Bücherschrank fiel mir eins meiner Knotenbücher in die Hände. Es war natürlich die dicke Ashley's Schwarte. Beim Durchblättern bekam ich Lust mich mal wieder im Knoten zu üben.

Im Lager war schnell ein Leinenstück gefunden und so begann ich einen türkischen Bund. Hier das Ergebnis aus doppelt-geflochtener 6mm Nylonleine.

Unsere Glow in the Dark Nylonleinen haben einen geflochtenen Kern aus Nylon-Tauwerkwerkfaser. Der Kern ist aus weißem Material gefertigt. Der Mantel hingegen ist aus Fasern mit eingearbeiteten Phosphoreszenz-Pigment geflochten.

Neben Reepschnüren von 1,6mm, 3,2mm und 3,9mm und der abgebildeten 6mm Leine haben wir 8mm, 9,5mm und 12,7mm Leinen im Programm. Die Leinen sind sehr griffig und lassen sich in allen für Nylontauwerk geeigneten Anwendungen einsetzen.

Die 12,5mm Leine wird hierbei oft als Festmacher eingesetzt. Unsere Festmacher-Boje ist z.B. auch mit einem 12mm Seil am Stein befestigt. Eine Leuchtleine ist nicht unbedingt sinnvoll, weil eh keiner an der Leine entlang taucht, aber hier geht es um einen Langzeitversuch, um das Verhalten der Leine im Wasser über längere Zeit zu testen. Unsere Boje ist natürlich auch aus nachleuchtendem Material und beide bleiben den ganzen Winter über draussen. Für die Boje ist es übrigens bereits der zweite Winter am Zeller See.

Über das Nachleuchten Teil 3

Heute versuchen wir, das Phänomen des Glow in the Dark Effekts zu erklären.

Lumineszenz ist optische Strahlung

Der Begriff Lumineszenz fasst alle Vorgänge zusammen, bei denen Licht entsteht oder abgegeben wird. Bei einer Glühbirne wird das System durch den Stromfluss zur Lichtabgabe angeregt. Das wird als Elektrolumineszenz bezeichnet. "Nachleuchtende" Gegenstände bedienen sich der sogenannten Photolumineszenz. Hier wird das System durch Photonen, also Lichtenergie angeregt. Je nach Zeitdauer der Abgabe unterscheidet man nochmals zwischen Phosphoreszenz und Fluoreszenz. Bei Fluoreszenz ist die Lichtabgabe sehr kurz, also Sekundenbruchteile, bei Phosphoreszenz dauert die Energieabgabe über einen längeren Zeitraum an.

Glow in the Dark Pigment

Glow in the Dark Pigment

Die Energie wird zunächst gespeichert. Der Vorgang hat etwas mit Quantenphysik zu tun. Die Photonen der Sonnenstrahlung geben ihre Energie an die Elektronen des phosphoreszierenden Stoffs ab. Die gesammelte Energie kann nicht von allen angeregten Kristallen gleichzeitig abgegeben werden. Deshalb transformieren sich die Elektronen in ein anderes Stadium, von dem dem aus die Energie in etwas geordneter Form über einen längeren Zeitraum wieder freigegeben wird und das Material leuchtet ohne Energiezufuhr.

Die angeregten Elektronen geben die Energie wieder ab und fallen aus dem Energieabgabestadium wieder in ihren normale Umgebung zurück. Nach und nach wird die gespeicherte Energie abgegeben und das Leuchten erlischt. Die Elektronen sind wieder im Ruhezustand.

Phosphoreszenz verbraucht sich nicht

Erstaunlicherweise kann dieser Ablauf immer wieder durchgeführt werden. Die nachleuchtenden Kristalle werden nicht verbraucht. Als Vergleich bietet sich ein Akku an, allerdings ohne die Abnutzungserscheinungen eines Akkus. Im Gegensatz zum Akku stellt Phosphoreszenz ein geschlossenes System dar, dem Energie in Form von Licht immer wieder zugeführt werden kann. Allerdings hemmt Feuchtigkeit die Eigenschaften die Kristalle vergrauen und verlieren daduch die Eigenschaft Energie zu speichern.

Aus welchen Material bestehen die Leuchtkristalle?

Leuchtpigment aktiviert

Leuchtpigment aktiviert

Wurden früher Zinksulfide oder andere Metallsulfid-Verbindungen verwendet, wird heute eher mit Aluminaten gearbeitet. Aluminate sind Salze auf Basis von Aluminium. Der Herstellungsvorgang ist komplex und aufwendig, belohnt aber mit längerer Leuchtdauer. Damit das Ganze funktioniert, werden noch "Seltene Erdmetalle" als Aktivator beigemischt bzw. dotiert, die auch die Farbe des abgegebenen Lichtes bestimmen. Die Rezepte der Hersteller sind natürlich streng geheim. Der verarbeitenden Industrie werden diese Stoffe als Kristalle oder Pulver zur Verfügung gestellt. Im natürlich ebenso geheimen Produktionsprozess werden die Kristalle aufbereitet und verarbeitet, damit die Leuchtkraft sich im jeweiligen Produkt voll entfalten kann.

Fotoaufnahmen: © 2011 Copyright gloEUrope Distribution